Das dritte Netzwerktreffen des Wegweiser Standortes im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest
Am 30. September 2026 fand das dritte Netzwerktreffen der AWO-Beratungsstelle „Wegweiser“ im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest mit rund 67 Teilnehmenden statt. Unter dem Motto „Radikalisierung im Netz – Medienkompetenz als Schutzfaktor“ kamen die Teilnehmenden aus verschiedenen Institutionen zusammen, um den fachlichen Austausch zu fördern, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Vernetzungen anzustoßen. Bereits zu Beginn bot ein Steh-Café Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Impulse für den weiteren Austausch zu setzen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Projektkoordinatorin und der Vorstellung der Berater*innen folgte der erste Fachvortrag des Islamwissenschaftlers Dr. Friedhelm Hartwig, der sich mit islamistischen Online-Inhalten und mit religiös begründetem Extremismus beschäftigt. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Online-Welt islamistischer Influencer*innen. Im Anschluss an den Vortrag bot sich die Gelegenheit, die Inhalte in vier Kleingruppen zu diskutieren und gemeinsam zu reflektieren. Anhand unterschiedlicher Leitfragen tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie Medienkompetenzangebote für Jugendliche und junge Erwachsene etabliert, in der Praxis umgesetzt und durch gezielte Vernetzung gestärkt werden können.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand der zweite Fachvortrag auf dem Programm. Der Politikwissenschafter Dr. Ismail Küpeli, Experte für Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland und der Türkei, referierte über Verschwörungsnarrative im türkischen Nationalismus. Ergänzend zum Vortrag wurde der ARD-Kurzfilm „Im Visier der Grauen Wölfe“ gezeigt, der weitere Einblicke in die Thematik ermöglichte. Im weiteren Verlauf tauschten sich die Teilnehmenden erneut in Kleingruppen aus. Anhand verschiedener Leitfragen reflektierten die Teilnehmenden die vorhandenen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten ihres Netzwerks, diskutierten Chancen und Herausforderungen und tauschten sich über konkrete Ansätze für die eigene Arbeit sowie den regionalen Handlungsbedarf aus.
Für die beiden Nachbesprechungen konnten wir fünf Netzwerkpartner*innen als Moderator*innen gewinnen, die den Austausch in den Kleingruppen engagiert begleitet und wesentlich zum Gelingen der Diskussionen beigetragen haben. Für ihre Zeit, ihre Unterstützung und ihre wertvolle Mitwirkung möchten wir uns herzlich bedanken.
Bei Kaffee und Kuchen bot eine Vernissage der Ergebnisse aus den Kleingruppen anschließend Gelegenheit, die erarbeiteten Impulse kennenzulernen und den offenen Austausch fortzuführen. Zum Abschluss wurden die Teilnehmenden eingeladen, ihre Eindrücke und Rückmeldungen in einem Reflexionsbogen festzuhalten. Die erste Auswertung zeigt ein positives Bild: Die Mehrheit der Teilnehmenden bewertete das Netzwerktreffen positiv oder sogar sehr positiv.
Das Netzwerktreffen bot vielfältige Impulse, um die Bedeutung von Medienkompetenz im Kontext von Radikalisierungsprävention zu reflektieren und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Der fachliche Austausch und die Vernetzung der beteiligten Institutionen bilden dabei eine wichtige Grundlage, um Jugendliche und junge Erwachsene künftig gezielt zu erreichen und in ihrer Medienkompetenz zu stärken. Wir bedanken uns bei allen Referenten, Moderator*innen und Teilnehmenden für ihre wertvollen Beiträge und den gelungenen Austausch.